Kreditkarten zum Meilen sammeln in Österreich: Der große Vergleich 2026

14. Juli 2026 · Kreditkarten · Jens

Kreditkarten zum Meilen sammeln in Österreich: Der große Vergleich 2026Bildhinweis: KI-generiert
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Der österreichische Markt für Meilen-Kreditkarten hat sich 2026 komplett neu sortiert. Wir sagen dir, welche Karte für welchen Reisetyp wirklich Sinn ergibt – mit Rechenbeispielen statt nur Tabellen.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Würden wir heute nur eine einzige Kreditkarte in Österreich empfehlen, wäre die Antwort nicht so eindeutig, wie viele Vergleichsseiten glauben machen. Es hängt fast komplett davon ab, wie viel du im Jahr ausgibst und ob du dich an Lufthansa binden willst oder flexibel bleiben möchtest. Genau darum geht es in diesem Artikel: weniger Lexikon, mehr Entscheidungshilfe.

Die Kurzfassung zuerst

Profil Unsere Empfehlung Warum
Gelegenheitsreisende, 2-3 Flüge/Jahr American Express Gold Card Günstiger Einstieg, guter Lounge-Zugang in Wien
Lufthansa/Star-Alliance-Vielflieger Austrian Miles & More Premiumcard Direkter Meilenaufbau, kein Umweg über Transferpartner
Selbstständige mit hohem Kartenumsatz Miles & More Business Premiumcard Doppelt so hohe Sammelrate wie die Privatkarte
Lounge-Fan mit moderatem Budget Diners Club Gold Card Günstigste Jahresgebühr der drei Familien
Wer maximale Flexibilität will American Express Platinum Card Freie Wahl unter neun Vielflieger- und drei Hotelprogrammen

Alle Karten im direkten Vergleich

Karte Jahresgebühr Sammelrate Lounge-Zugang Meilenschutz Willkommensbonus
Miles & More Premiumcard 237,60 € 1 Meile / 1,50 € 4× Priority Pass/Jahr Ja, bei mtl. Umsatz 3.000 Meilen (Standard)
Miles & More Business Premiumcard 237,60 € 1 Meile / 1 € 8× Priority Pass/Jahr Ja, bei mtl. Umsatz 3.000 Meilen (Standard)
Amex Gold Card ca. 192 € 1-1,5 Punkte / 1 € Sky/Vienna Lounge (Wien) Nicht relevant variiert nach Aktion
Amex Platinum Card ca. 690 € 1-1,5 Punkte / 1 € Priority Pass + Partner-Lounges weltweit Nicht relevant variiert nach Aktion
Diners Club Gold Card ca. 86 € 0,5 Meilen / 1 € 4× Diners Lounges/Jahr (ab 3.600 € Umsatz) Ja, bei Bedingungen Keiner
Diners Club Vintage Card ca. 199 € 0,5 Meilen / 1 € 8× Diners Lounges/Jahr (ab 3.600 € Umsatz) Ja, bei Bedingungen Keiner

Die Details und das "Warum" dahinter jetzt im Einzelnen.

Miles & More: Für wen sich die Karte überhaupt lohnt

Bevor wir über Gebühren und Sammelraten reden: Die Austrian Miles & More Premiumcard ergibt vor allem für eine Gruppe Sinn – Menschen, die ohnehin regelmäßig mit Lufthansa, Austrian, SWISS oder anderen Star-Alliance-Airlines fliegen und ihre Meilen nicht erst über Umwege in ein Programm transferieren wollen. Wer eher unregelmäßig oder mit wechselnden Allianzen reist, verschenkt hier Potenzial.

Was sich 2026 geändert hat: Die Kooperation zwischen Austrian Airlines / Miles & More und card complete endete zum 31. Dezember 2025. Seitdem gibt es die Karte nur noch bei der Erste Bank und Sparkasse – und der Umstieg passiert nicht automatisch. Wer die alte Karte besitzt, muss aktiv eine neue beantragen, sonst verfallen Meilenschutz, Lounge-Zugang und Business-Class-Check-in ersatzlos. Für Privatkunden gibt es außerdem nur noch ein einziges Produkt statt der früheren Gold/Platinum-Auswahl: die Premiumcard.

Was sie kostet und bringt:

Die Sammelrate ist der Knackpunkt: Privatkunden bekommen nur 1 Meile pro 1,50 Euro Umsatz – das ist im Vergleich zu Amex spürbar schwächer. Selbstständige mit der Business Premiumcard sammeln dagegen 1 Meile pro 1 Euro, also 50 Prozent mehr.

Unsere Einschätzung: Bei 20.000 Euro Jahresumsatz kommst du mit der Privatkarte auf rund 13.300 Meilen, mit der Business-Karte auf 20.000 Meilen. Der Unterschied entspricht ungefähr einem Kurzstreckenflug extra im Jahr – für Selbstständige mit entsprechendem Umsatz ist die Business-Variante fast immer die bessere Wahl. Beim Einlösen mit Austrian, Lufthansa und SWISS gelten oft flexible Meilenpreise. Deshalb Premium Economy und Business Class getrennt vergleichen.

American Express: Wer sich nicht auf Lufthansa festlegen will

Wer nicht sicher ist, welche Airline-Allianz in fünf Jahren noch die beste Option ist, fährt mit American Express in Österreich langfristig meist besser. Der Grund: Amex-Karten sammeln keine Meilen direkt, sondern Membership Rewards Punkte – eine eigene Währung, die du erst beim Einlösen auf ein Programm überträgst. Zur Wahl stehen unter anderem British Airways Club, Air France/KLM Flying Blue, Qatar Airways Privilege Club, Emirates Skywards sowie Hilton Honors und Marriott Bonvoy.

Diese Entscheidung erst am Ende zu treffen statt schon beim Sammeln, ist der eigentliche strategische Vorteil gegenüber Miles & More.

Die zwei Optionen für Privatkunden:

Amex Gold Card (rund 16 Euro/Monat) ist der unterschätzte Einstieg. Haupt- und Zusatzkarteninhaber bekommen kostenlosen Zugang zur Sky Lounge und Vienna Lounge am Flughafen Wien – mit zwei kostenlosen Zusatzkarten können effektiv drei Personen gratis in die Lounge.

Amex Platinum Card (rund 57,50 Euro/Monat) bringt ein Leistungspaket, das in Österreich kaum ein anderes Produkt erreicht: jährliches Guthaben für Gastronomie und Entertainment, weltweiter Priority-Pass-Zugang, teils Zugang zu Lufthansa-Lounges, dazu Hotelstatus bei mehreren Ketten.

Beide Karten sammeln 1 Punkt pro Euro, mit kostenpflichtigem Zusatzprogramm bis zu 1,5 Punkte.

Unsere Einschätzung: Bei 20.000 Euro Jahresumsatz stehen rund 20.000 bis 30.000 Membership Rewards Punkte zu Buche – je nach Transferpartner und Kurs oft mehr wert als die vergleichbare Miles & More Ausbeute. Für die Platinum Card lohnt sich die Rechnung aber nur, wenn du die Restaurant- und Entertainment-Guthaben tatsächlich abrufst. Tust du das nicht, ist die Gold Card die klar bessere Wahl.

Ein Nachteil bleibt: Die österreichische Amex kooperiert nicht mit Payback. Der indirekte Umweg zu Miles & More über Payback-Punkte, den manche in Deutschland über Payback nutzen, funktioniert in Österreich nicht.

Diners Club: Relevanter, als die meisten Deutschen vermuten

In Deutschland spielt Diners Club praktisch keine Rolle mehr. In Österreich ist die Marke dagegen ein ernstzunehmender dritter Player – allerdings mit einem völlig anderen Fokus als die ersten beiden Kartenfamilien. Meilen sind hier Nebensache, Lounge-Zugang ist die Hauptsache.

Drei Produkte stehen zur Wahl: Vintage Card, Gold Card und Business Card. Anders als bei Miles & More und Amex gibt es keinerlei Willkommensbonus in Form von Meilen oder Punkten – man sammelt ausschließlich über Umsätze, und das mit vergleichsweise mageren 0,5 Meilen pro Euro (Vintage und Gold) beziehungsweise 1 Meile pro Euro (Business).

Der eigentliche Reiz liegt im Lounge-Zugang: Karteninhaber nutzen über 1.500 Diners-Club-Lounges weltweit 4- bis 8-mal pro Jahr kostenlos – vorausgesetzt, sie erreichen in den vorangegangenen zwölf Monaten mindestens 3.600 Euro Kartenumsatz. Wer das verpasst, zahlt 29 Euro pro Besuch nach.

Unsere Einschätzung: Bei rund 30 Euro regulärem Lounge-Eintritt amortisiert sich die Diners Club Gold Card (circa 86 Euro Jahresgebühr) bereits nach drei genutzten Lounge-Besuchen. Wer öfter reist als Meilen sammelt, ist mit Diners Club oft günstiger unterwegs als mit einer teuren Amex Platinum nur für den Lounge-Zugang.

Was dein Jahresumsatz wirklich bringt

Rechenbeispiele sagen mehr als Sammelraten allein. So sieht die Meilen- bzw. Punkteausbeute bei unterschiedlichem Kartenumsatz aus:

Jahresumsatz Miles & More Premiumcard Miles & More Business Premiumcard Amex Gold/Platinum (1 Punkt/€)
10.000 € ca. 6.650 Meilen 10.000 Meilen 10.000-15.000 Punkte
20.000 € ca. 13.300 Meilen 20.000 Meilen 20.000-30.000 Punkte
30.000 € ca. 20.000 Meilen 30.000 Meilen 30.000-45.000 Punkte
50.000 € ca. 33.300 Meilen 50.000 Meilen 50.000-75.000 Punkte

Die Amex-Spanne ergibt sich aus der Basisrate von 1 Punkt pro Euro und der optionalen Turbo-Rate von 1,5 Punkten pro Euro. Wichtig zu wissen: Punkte und Meilen sind nicht direkt eins zu eins vergleichbar, da sich ihr Gegenwert je nach Einlöseprogramm unterscheidet. Die Tabelle zeigt die reine Sammelmenge, nicht den finalen Reisewert.

Die drei häufigsten Fehler beim Meilensammeln mit Kreditkarten

Häufige Fragen

Kann ich mehrere Karten gleichzeitig kombinieren? Ja, das ist sogar üblich. Viele Vielsammler nutzen eine Amex für die Flexibilität im Alltag und eine Miles & More Karte zusätzlich, um direkt bei Lufthansa-Buchungen von Statusvorteilen zu profitieren.

Gibt es Alternativen ohne Jahresgebühr? Unter den hier vorgestellten drei Kartenfamilien nicht. Klassische kostenlose Kreditkarten bieten in Österreich in der Regel keine relevante Meilen-Sammelrate.

Was passiert mit meiner alten card-complete-Karte? Sie funktioniert seit 1. Januar 2026 nicht mehr für Miles & More Leistungen. Ein Umstieg auf die neue Karte der Erste Bank und Sparkasse erfolgt nicht automatisch und muss aktiv beantragt werden.

So bewerten wir Kreditkarten

Unsere Einschätzungen basieren auf den offiziellen Leistungen der Anbieter sowie den Faktoren, die aus unserer Sicht für Reisende am wichtigsten sind: Sammelrate, Jahresgebühr, Akzeptanz, Reisevorteile, Lounge-Zugang und Flexibilität beim Einlösen von Punkten. Da sich Leistungen und Aktionen ändern können, prüfen wir diesen Artikel regelmäßig und aktualisieren ihn bei relevanten Änderungen.

Fazit: Unsere Empfehlung in einem Satz

Für Gelegenheitsreisende, die ein- bis mehrmals pro Jahr fliegen und sich nicht von vornherein auf ein einziges Vielfliegerprogramm festlegen möchten, ist die American Express Gold Card meist der sinnvollste Einstieg – wegen der niedrigen Jahresgebühr, dem echten Lounge-Zugang in Wien und der maximalen Flexibilität beim Einlösen. Wer dagegen einen hohen, planbaren Kartenumsatz hat oder konsequent mit Lufthansa/Star Alliance fliegt, fährt mit der Miles & More Business Premiumcard oft besser. Wer in Deutschland sammelt, findet den Überblick im Kreditkarten-Vergleich 2026.


Hinweis: Dieser Artikel enthält aktuell keine Affiliate-Links. Die genannten Konditionen basieren auf dem Stand Juli 2026 und können sich ändern – vor Antragstellung empfiehlt sich immer ein Blick auf die aktuellen Bedingungen des jeweiligen Anbieters.